Neue Impulse für die Zeit nach der Corona-Krise

June 4, 2020 Geoffroy De Lestrange

Viele Branchen stehen derzeit massiv unter Druck. Ganz besonderer Dank gilt den Werktätigen im Krankenhaus- und Pflegebereich, wie auch den Mitarbeitern im Einzelhandel und der Logistik. Doch jenseits dieser Branchen müssen HR-Abteilungen allmählich für die Zeit nach der Corona-Pandemie planen. Was gibt es da zu beachten?

Es ist inzwischen von allen Seiten anerkannt, dass viele Unternehmen große Veränderungen oder zumindest Notfallpläne rund um Coronavirus vornehmen müssen. Aber wie steht es um die psychische Gesundheit ihrer Belegschaft? Inmitten des raschen Versuchs, neue Vorkehrungen zu treffen, kann es leicht vergessen werden, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit den gewaltigen Umwälzungen oder mit privaten Sorgen zu kämpfen haben. Dies kann von der persönlichen finanziellen Situation, über die Arbeitsplatzsicherheit bis hin zum Umgang mit möglicherweise kranken Verwandten reichen. Eine solch beispiellose Situation führt natürlich zu vielen Veränderungen, die nicht nur der Wirtschaft und den Unternehmen, sondern auch jedem Einzelnen schaden kann. Und Organisationen und ihre Personalabteilungen können es sich nicht leisten, dies zu übersehen.

Da sich das Krisenmanagement gerade mitten im Kampf mit der Corona-Pandemie befindet, ist es wichtig, allmählich an die Zeit danach zu denken. Die Welt wird nicht mehr dieselbe sein. Sowohl Mensch als auch Management müssen sich darauf einstellen. Home Office – noch bis 2019 das Stiefkind der deutschen Arbeitswelt – wird von nun an kein exotischer Sonderfall mehr sein. Immer stärker nimmt die Idee Gestalt an, dass womöglich noch dieses Jahr ein Gesetz in Deutschland erfolgen könnte, welches den Mitarbeitern in Zukunft ein Recht auf Telearbeit gewährt. Auch E-Learning, Augmented Reality und Videokonferenzen werden nun aus der Not heraus fest in unseren Alltag integriert. Wie müssen Unternehmen und Organisationen sich also aufstellen, wenn sie auch in Zukunft agieren und auf die neuen Zeiten nicht bloß reagieren wollen?

  1. Sie müssen bereit für den Wandel sein
  2. Sie dürfen nicht warten bis andere Firmen den ersten Schritt machen
  3. Sie müssen mutig sein und die Ungewissheit akzeptieren
  4. Sie müssen Pläne erstellen, um besser navigieren zu können
  5. Sie müssen den Wandel als neuen Standard festlegen

All diese Punkte laufen natürlich nur auf zwei Ziele hinaus: Transparenz und Innovation. Mit Transparenz ist gemeint, dass der Belegschaft klar verdeutlicht werden muss, was unternommen wird. Es müssen klare Botschaften kommuniziert werden, damit das Team Sicherheit verspürt. Kommunikation ist nämlich immer auch eine Zwei-Wege-Lösung: Während Sie Veränderungen in der Arbeitsumgebung an Ihre Belegschaft kommunizieren, müssen Sie sich ebenso die Anliegen Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anhören und sie auch dazu ermutigen diese auszusprechen. Beispiele dieser Art können Mitarbeiter sein, die Kinder haben und noch lange Zeit zuhause betreut werden müssen. Mit diesen Arbeitnehmern muss ein Dialog gesucht und verdeutlicht werden, dass vom Arbeitgeber kein zusätzlicher Stress ausgehen soll. Gleiches gilt für Kranke oder Menschen, die zur Risikogruppe gehören. Wenn diese Menschen vom Management keine Unterstützung erfahren und sich krank zur Arbeit schleppen oder ihnen keine Alternativen geboten werden, wird sich dies auf lange Sicht negativ auf das Produktionsniveau auswirken.

 

Innovation hingegen bedeutet Jugaad. Ja, Sie haben sich nicht verlesen. Jugaad. Dies ist ein derzeit aufkommendes Wort aus Indien, das dort schon länger existiert und zum Ausdruck bringen soll, dass man in Ausnahmesituationen schnelle und unkonventionelle Lösungsansätze durchführen muss. Konkret geht es im Wirtschaftskreis darum, dass billige Produkte eine andere und innovative Nutzung finden – besonders um schnell Lösungen für Probleme zu entwickeln. Ein Beispiel dieser Art ist das französische Unternehmen Decathlon, welches eigentlich Sportgeräte und Outdoorbekleidung bereitstellt. Ein italienischer Arzt, der dringend Beatmungsgeräte suchte, kam im besten Jugaad-Stil auf die Idee, Decathlons Tauchmasken als Atemmasken umzurüsten. Er kontaktierte die italienische Firma Isinnova, welche mittels 3D-Drucker spezielle Adapter herstellten, womit sich die ehemaligen Tauchmasken an die Beatmungsgeräte und Sauerstoffschläuche anschließen ließen.

Die Gesellschaft befindet sich nun an einem entscheidenden Punkt bei der Corona-Pandemie. Dies merkt auch Cornerstone, weshalb trotz der speziell für die Krise eingerichteten Seite Cornerstone Cares eine weiterhin steigende Nachfrage nach Lerninhalten zum Thema Remote Working besteht. Dieser ist Cornerstone mit einem neuen Paket bei Content Anytime nachgekommen. Denn letztendlich darf eines nicht vergessen werden: Die Welt nach Corona wird zwar eine andere sein, aber sie wird auch hoffentlich eine bessere sein. Schon jetzt erfahren Menschen rund um den Globus viel Solidarität. Ironischerweise hat die Krise viele Menschen trotz der sozialen Beschränkungen einander nähergebracht. Viele Kooperationen sind daraus entstanden. Und dies gilt auch für die Unternehmenswelt. Packen wir es also gemeinsam an, es gibt noch viel zu tun.

Über den Autor

Geoffroy De Lestrange

Product Marketing & Communication Director EMEA at Cornerstone OnDemand

Auf Twitter folgen Auf LinkedIn folgen Mehr Inhalt von Geoffroy De Lestrange
Vorheriges Flipbook
HR Digital Transformation Whitepaper
HR Digital Transformation Whitepaper

Nächstes Video
Wie sieht die zufünftige Welt und der Arbeitsplatz aus?
Wie sieht die zufünftige Welt und der Arbeitsplatz aus?

×

Zugang zu unserer Bibliothek kostenlos durch Ausfüllen dieses Formulars

Vorname
Nachname
Job Title
Firma
Firmengröße
Land
Abonnieren - Für alle Informationen anmelden
!
Vielen Dank!
Error - something went wrong!