Work:Olution - Befindet sich die Skill Economy im Beta-Modus?

August 28, 2018 Geoffroy De Lestrange

Skill- und Kompetenzmanagement sind schon lange in der deutschen HR Landschaft angekommen. Dennoch haben bislang nur wenige Unternehmen agile Learning Systeme aufgebaut, um den Mitarbeitern schnell die notwendigen Skills zu vermitteln. Es ist leider oftmals immer noch der Fall, dass Mitarbeiter nahezu zehn Jahre fast identische Arbeiten verrichten, ohne sich weiterzuentwickeln. Die „Zukunft Personal“ zeigt dieses Jahr neue Perspektiven rund um dieses Thema.

Im Januar diskutierten führende Köpfe auf dem Economic Forum die Frage, ob wir uns in der Skill Economy befinden: Kaum eine Arbeitstätigkeit bleibt wie sie ist und es wird immer relevanter, die Mitarbeiter auf neue Gegebenheiten vorzubereiten. Nicht nur die Welt verändert sich immer schneller, sondern auch die Jobs, die wir ausüben. So bleibt festzustellen: Skillmanagement wird als Instrument zur Weiterentwicklung der Kernkompetenzen in Unternehmen zwar immer bedeutsamer, nimmt aber noch nicht den Stellenwert ein, den es eigentlich verdient. Assessments sind zwar im Recruiting etabliert, werden danach aber kaum noch genutzt. Im Skillmanagement geht es nicht vorrangig um die systematische Erfassung (oder auch als Tracking bezeichnet) der, bei den Mitarbeitern vorhandenen Fähigkeiten. Und auch nicht ausschließlich darum diese in einem möglichst transparenten und leicht zugänglichen System zu dokumentieren. Es geht viel mehr darum, agile Learninglösungen zu entwickeln, um den Mitarbeiter konstant und schnell die nötigen Fähigkeiten beizubringen. Skillmanagement ist also ein Synonym für modernes Training on the job. Unsere IDC-Studie von Juni 2018 zeigte, dass europaweit 49 Prozent der Unternehmen „On-the-Job“-Training als häufigste Art der Personalförderung nutzen – auch in Deutschland tun dies immerhin 46 Prozent der Firmen. Bei der Nutzung von MBA-Programmen bewegt sich Deutschland mit 15 Prozent hingegen im Mittelfeld. Diese Form des der Mitarbeiterförderung steht jedoch auch europaweit an letzter Stelle.

In Sachen Qualifikation brauchen sich deutsche Mitarbeiter dagegen gegenwärtig keine Sorgen zu machen, da das Personal im europäischen Vergleich sehr fachkompetent ist. Probleme sieht man laut der Studie eher bei den veralteten HR-Tools. So sind leider 48 Prozent der Befragten unzufrieden mit ihren Planungsinstrumenten, da diese immer noch zu sehr auf das Backend fokussiert sind. Statt also viele Ressourcen in die Administration fließen zu lassen, müssen sich die Lösungen direkt am Human Capital Management ausrichten und auf diese Weise ein strategisches Skillmanagement schaffen. Die Genehmigung von Fortbildungen mag langwierig aber lohnenswert sein. Leider ist das Online-Learning bislang noch nicht wirklich etabliert und wird aktuell hauptsächlich für Compliance- und Produkttrainings genutzt.

Kollege Roboter als „Filler“ in der Skill Economy?

All dies führt zu einer Adaption der ständig wechselnden, neuen Marktbedingungen. Diese tragen zur Entstehung neuer Formen der Zusammenarbeit bei und bewirken nicht zuletzt die Verschmelzung von künstlicher und menschlicher Intelligenz. Auf der „Zukunft Personal“, die vom 11. bis zum 13. September in Köln stattfindet, wird diese Entwicklung in Verbindung mit der Skill Economy unter dem Motto Work:Olution diskutiert. Gesellschaft, Wirtschaft und Arbeitswelt befinden sich demnach in einem kontinuierlichen "Beta-Status", in dem Produkte, Denk- und Arbeitsweisen getestet, angepasst, verworfen und revolutioniert werden müssen. Diese Schnelllebigkeit erfordert von Arbeitgebern, Mitarbeitern, Politik und Gesellschaft dabei ein Höchstmaß an Flexibilität, Mut und emotionaler Intelligenz.

Die „Zukunft Personal“, als Impulsgeber rund um die Welt der Arbeit, gibt daher unter dem Motto "work:olution - succeed in permanent beta" mit über 770 Ausstellern und mehr als 450 hochkarätigen Speakern, praktische Handlungshinweise, wie dieser Wandel positiv gestaltet werden kann. Das Event ist dabei Trendsetter und stellt gemeinsam mit ihren Partnern aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft die Frage in den Mittelpunkt, wie HR und Führungskräfte sicherstellen können, dass alle Beteiligten von der digitalen Transformation profitieren. Denn nicht nur für den Wandel, sondern auch für das Personalmanagement gilt: Man kann nur steuern und verbessern, was man auch messen kann. Auch ein professionelles Skillmanagement kennt daher heute zahlreiche Möglichkeiten und einzelne Faktoren, die Leistungen zu erfassen. Bei Cornerstone OnDemand setzen wir auf Kooperation und nutzen zum Beispiel die Softwarelösung eines unserer Partner, dem KI-Spezialisten Fama.

An unserem Stand B.24 in Halle 3.2 können Besucher sich vor Ort ein Bild von den Lösungen in der Skill Economy machen. Es wird praxisnah demonstriert, dass lebenslanges Lernen auch permanentes Onboarding bedeutet. Das heißt, dass sich heute alles auch hierarchisch messen lassen muss, z.B. welche Schulungen, welchen Wertzuwachs generieren. Daher sollten sich Verknüpfungen zwischen dem LMS und PE durch Algorithmen ähnlich wie im Modell der Spotifiy-Analogie ausdrücken. Es werden Play- u. Learning-Listen für den User generiert oder die Administration erhält über den automatisierten Support eine Meldung, dass beispielsweise 80 Prozent der Belegschaft mittlerweile das Sales-Training absolviert hat. Dies lässt natürlich Analysen zum Thema Performance Entwicklung und weiteren Karriereentwicklungen zu.

Eine moderne Personalentwicklung setzt daher voll auf die Nutzerbedürfnisse ihrer Mitarbeiter und bereitet die Organisation schon heute auf das Morgen vor. Consumerization ist hier das Stichwort. Die datengestützte Erfolgsmessung in Form von Predictive Learning kann sogar vorhersagen, welche Trainings für welche Mitarbeiter passen und wie diese am besten aufbereitet werden sollten. Daher sollten attraktive Fortbildungsangebote in unterschiedlichen Ausgabeformaten, wie Mobile oder Web, auf holistischen Lösungen basieren. Diese sollten auch attraktive Inhalte bieten, wie Simulationen oder Gamification-Tools. Statt spröder Seminare und Lernmodule, die einen Nachweis über „erfolgreiche Teilnahme“ aushändigen, müssen die Kollegen auf eine innovative Reise mitgenommen werden. Den Startschuss hört man auf der „Zukunft Personal“.

 

Über den Autor

Geoffroy De Lestrange

Product Marketing & Communication Director EMEA at Cornerstone OnDemand

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